Ausgrabungen

Ausgrabungen

Paläolithische Ausgrabungen auf der Schwäbischen Alb, August bis September 2017 - Informationen hier (englisch).

Für weitere Informationen über aktuelle Ausgrabungen wenden Sie sich bitte an:
Giulia Toniato
Sarah Rudolf
cc Nicholas Conard

Hohle Fels

Der Hohle Fels im Achtal nordöstlich von Schelklingen ist ein Schwammstotzen aus dem Weißen Jura. Mit einem Volumen von 6000 Kubikmetern ist der Hohle Fels eine der größten Hallenhöhlen des Schwäbischen Juras. Seine umfangreiche Schichtenfolge, die Ablagerungen aus dem Mittelpaläolithikum, dem Aurignacien, dem Gravettien und dem Magdalénien beinhaltet, bieten eine der wenigen Möglichkeiten den Übergang vom Neandertaler zum anatomisch modernen Menschen mit zeitgemäßen Methoden zu untersuchen. Besondere Funde wie eine Frauendarstellung und eine Flöte aus dem frühen Aurignacien sind weltweit die ältesten Belege von figürlicher Kunst und Musikinstrumenten.

Vogelherd

Der paläolithische Fundplatz Vogelherd liegt im Lonetal, nordwestlich von Niederstotzingen und wurde 1991 in nur 12 Wochen ausgegraben. Bekannt wurde der Fundplatz insbesondere durch seine Elfenbeinfigurinen aus dem Aurignacien aber auch sein umfangreiches Steinartefakt- und Fauneninventar aus dem Mittel- und Jungpaläolithikum ist von herausragender Bedeutung. Ausgrabungen im Abraum der Grabung von 1931 während der Jahre 2005 bis heute erbrachten weitere wichtige Funde wie figürliche Kunst und Schmuck, die hauptsächlich aus dem Aurignacien stammen. Der Vogelherd ist einer der Schlüsselfundplätze für die Untersuchung des Übergangs vom Neandertaler zum anatomisch modernen Menschen.

Schöningen

Die Ausgrabung liegt am Rande des Braunkohletagebaus. In den 1990er Jahren wurden dort acht Holzspeere und mehrere Pferdeskelette entdeckt. Mit rund 400.000 Jahren gehören die Schöninger Speere zu den frühen Besiedlungsspuren im Nordwesten Europas. Diese ersten bekannten Jagdwaffen der Menschheit verändern das Bild des europäischen Urmenschen grundlegend: Sie sind eindeutige Belege dafür, dass die Intelligenz und das soziale Zusammenleben des Homo erectus wesentlich ausgeprägter waren, als man bislang dachte.